Man fährt einen fabrikneuen Zylinder ein, da Kolben und Zylinder nie 100% passgenau gefertigt werden können, es gibt immer Abweichungen, die sich allerdings im Mikrometerbereich abspielen. Da ein Zweitaktmotor bekanntlich sehr Drehzahlfreudig ist, also sich der Kolben mit einer hohen Geschwindigkeit im Zylinder bewegt, sollten die Teile bei möglichst niedriger Drehzahl gefahren werden, damit sie eine exakte Oberflächenrauhigkeit und Form besitzen. Und das sind die Gründe, warum man einfahren sollte. Das Einfahren erhöht unter anderem die Haltbarkeit des Zylinders, auch die Leistung ist besser.

Erstmal zwischen Grauguss- und Aluzylinder unterscheiden!
Grauguss-Zylinder müssen immer länger als Alu-Zylinder eingefahren werden, allerdings sind sie die Robusteren.
Alu-Zylinder muss man nicht solange einfahren wie Grauguss-Zylinder, allerdings sind sie sehr sensibel.

Allgemeinregeln beim Einfahren:

- etwas Zweitaktöl (ca. 25ml) in den Benzintank kippen
- den Motor vor jeder Fahrt ausreichend warmlaufen lassen (ca. 5min), damit sich Zylinder und Kolben gleichmäßig ausdehnen können


Alu:
- Gesamteinfahrzeit: 150km
- nur beim erstem Start nach Zylindereinbau: ca. 25 Minuten im Stand warmlaufen lassen,
dabei die Temperatur überwachen
- Ein paar mal durchführen:
20 Minuten fahren (höchstens ½ Gas) - 10 Minuten abkühlen - [wiederholen]
- ab 100 km könnt ihr so lang fahren wie ihr wollt (höchstens ½ Gas)
- ab 150 km Einfahrzeit beendet, wie gewohnt fahren


Grauguss:
- Gesamteinfahrzeit: 350km
- nur beim ersten Start nach Zylindereinbau: ca. 25 Minuten im Stand warmlaufen lassen,
dabei die Temperatur überwachen
- Ein paar mal durchführen:
20 Minuten fahren (höchstens ½ Gas) - 10 Minuten abkühlen - [wiederholen]
- ab 150 km könnt ihr so lang fahren wie ihr wollt (höchstens ½ Gas)
- ab 250 km ruhig hin und wieder Vollgas
- ab 350 km Einfahrzeit beendet, wie gewohnt fahren


Wer seinen Zylinder so einfährt, wird garantiert länger Freude mit dem Zylinder haben, als uneingefahrene Zylinder.

lg badbird ;)

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