1. Vergaser:
Beim Vergaser verschenkt man sehr schnell viel Leistung, für die Motorabstimmung sollte man sich viel Zeit nehmen, um die bestmöglichste Leistung zu erzielen.
Im Vergaser wird für den Motor das Luftbenzingemisch gemischt und zersträubt, das perfekte Gemisch (Stöchiometrisches Gemisch) sollte 1:14,8 sein, dass bedeutet 1l Benzin auf 14,8l Luft. Wenn man zum Beispiel einen Sportluftfilter verbaut, dann kann der Motor mehr Luft ansaugen und das Benzinluftgemisch trägt dadurch dann zuviel Luftanteil, was relativ schädlich für den Motor ist, da eine zu heiße Verbrennung im Zylinder stattfindet, dadurch widerrum dehnt sich der Kolben aus und es kommt zum Kolbenfresser bzw. Kolbenklemmer. Um das Gemisch wieder auf 1:14,8 abzustimmen, verbaut man eine größere Hauptdüse, welche bewirkt, dass mehr Benzin zum Benzinluftgemisch hinzugefügt wird, dabei sollte man immer eine zu große Hauptdüse verbauen und langsam kleinere Hauptdüsen verbauen, bis das Zündkerzenbild rehbraun ist.
In der Rennszene werden die Roller vor einem Rennen immer neu abgestimmt, da in kalter Luft eine höhere Sauerstoffsättigung ist muss etwas größer bedüst werden.
Aus diesem Grund sollte man für die bestmöglichste Leistung in den verschiedenen Jahreszeiten immer neu abstimmen.
Beim Vergaserabstimmen geht es immer darum das perfekte Verhältnis an Luft und Benzin (Stöchiometrisches Verhältnis) zu treffen, einzelne Düsen, Schrauben oder Steckpositionen regeln dieses Verhältnis.
In dieser Reihenfolge wird abgestimmt:

Zündkerzenbild:
Weiß-Grau = zu mageres Gemisch (zuviel Luftanteil im Benzinluftgemisch)
Schwarz = zu fettes Gemisch (zuviel Benzinanteil im Benzinluftgemisch)
Braun-Rehbraun = perfektes Gemisch

Damit ein Zündkerzenbild aussagekräftig ist, muss es sich auch aus der richtigen Drehzahl gebildet und sich stark niedergesetzt haben, da sonst "Bilder" aus einer anderen Drehzahl oder alte Bilder das neue Zündkerzenbild verfälschen!
Um ein aussagekräftiges Zündkerzenbild zu erzielen, sollte man ca. 1-2km Vollgas fahren, dann abbremsen, den Motor ausschalten und schließlich die Zündkerze rausdrehen



Vergasernadel einhängen:
Für das Gemisch zwischen Standgas und Vollgas zuständig
- Clip in die unterste Kerbe hängen
- Einige km Halbgas fahren
- Zündkerzenbild ansehen
- Ist das Gemisch zu fett muss der Sicherungsclip eine Kerbe höher gehängt werden.

Hauptdüse (HD):
Für Gemisch bei Vollgas verantwortlich, größte Düse in der Schwimmerkammer!
- Eine etwas zu große Hauptdüse verbauen
- Einige km Vollgas fahren
- Da die Hauptdüse zu groß ist wird der Motor bei Vollgas evtl. stottern, da das Gemisch zu fett ist! Dann in kleinen Schritten runterdüsen, also kleiner Hauptdüsen verbauen, bis der Motor nicht mehr stottert, dann sollte man sich zum Feinabstimmen am Zündkerzenbild orientieren!


Nebendüse (ND):
Für Gemisch bei Standgas und unterer Drehzahl verantwortlich, zweitgrößte Düse in der Schwimmerkammer!
Die Nebendüse macht sich bei nicht passender Größe durch schlechtes Ansprechverhalten bemerkbar!
Ist sie zu klein, stirbt der Motor bei plötzlichem Gasaufreißen ab!
Ist sie zu groß, stottert der Motor und die Gasannahme ist schlecht, der Leerlauf bleibt eine Zeit lang stabil, um dann niedriger zu werden und schließlich auszugehen.

Standgasschraube:
Für Drehzahl im Stand verantwortlich, um die Schraube ist meist eine Feder!
Sollte für minimalen Spritverbrauch so eingestellt werden, dass der Motor im Stand gerade nicht ausgeht, aber nicht unregelmäßig läuft.
Im Winter kann man sie ruhig höher einstellen damit der Motor leichter bzw. schneller angeht, schneller warm wird und nicht so leicht ausgeht!

Standgemischschraube:
Für Gemisch im Standgas verantwortlich, Feineinstellung.
Ist eine Schraube, meist in Nähe der Standgasschraube.
- komplett hineinschrauben
- 2,5 Umdrehungen rausdrehen
- Feinabstimmen kann nach Zündkerzenbild vorgenommen werden

2. Kupplung:
- eher zu leichte Variogewichte verbauen
- weiche Kupplungsfedern (niedrige Einkupplungsdrehzahl) verbauen
- Mit Halbgas anfahren
Wenn dein Roller die ersten Meter ganz lahm fährt und dann die Drehzahl hochreißt und die Beschleunigung wieder stimmt, sind die Kupplungsfedern zu weich und du probierst die nächst Härteren (=höhere Einkuppeldrehzahl).
Bei der richtigen Einstellung fährt der Roller mit gleichmäßiger Drehzahl an.

3. Gegendruckfeder (GDF):
- zu leichte Variogewichte einbauen
- Vollgas fahren und sehen ob der Keilreimen durchrutscht, das merkt man am Geräusch oder dass der Roller erst sehr spät zieht oder an den Vibrationen.
Wenn das so ist dann verbaut eine 7% härtere GDF, als die Originale (am Besten das Polini-Set nehmen 7%+15%) und wenn der Keilriemen immer noch durchrutscht, dann verwendet die 15% härtere Gegendruckfeder.

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Info
Bei einer zu hart gewählten Gegendruckfeder erzielt man einen Leistungsverlust, da die Schaltung negativ beeinflusst wird, dadurch hat man einen hohen Verschleiß und weniger Leistung. Bei einer zu weich gewählten Gegendruckfeder wird zu wenig Druck auf den Keilriemen ausgeübt und der Keilriemen rutscht durch. Also man sollte immer die möglichst weichste Gegendruckfeder verwenden, bis der Keilriemen nicht mehr durchrutscht.




4. Variomatik:
- schwere Gewichte verbauen
- ganz langsam mit Halbgas losfahren
Nun dreht der Motor langsam los, wenn der Variator nun „verschaltet“, weiterhin Halbgas halten und genau auf die Drehzahl achten.
Wenn die Drehzahl nun schwankt, sind die Gewichte zu schwer, nun in 0.2 Gramm-Schritten immer weiter runtergehen und immer wieder testen bis die Drehzahl schön gleichmäßig auf einer Höhe bleibt, auch mal den Roller bei Steigung testen, ob die Drehzahl gleich bleibt.

lg badbird ;)